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Lackdickenmessung – was sie wirklich aussagt (einfach erklärt)

Wenn es um die Bewertung von Unfallschäden geht, ist die Lackdickenmessung eines der wichtigsten Werkzeuge für uns als Kfz-Gutachter in Frankfurt und Umgebung. Viele Autofahrer hören zum ersten Mal von dieser Methode, wenn sie nach einem Unfall plötzlich damit konfrontiert werden. Dabei ist die Messung nicht kompliziert – und sie sagt oft mehr über den Fahrzeugzustand aus, als man denkt.

In diesem Artikel erklären wir einfach, verständlich und ausführlich, warum die Lackdickenmessung so wichtig ist, was sie über ein Fahrzeug verrät und warum sie bei einer Unfallbegutachtung unverzichtbar ist.

  1. Was ist eine Lackdickenmessung überhaupt?

Eine Lackdickenmessung ist eine Untersuchung, bei der gemessen wird, wie dick die Lackschicht eines Fahrzeugs an einer bestimmten Stelle ist.
Dazu benutzen wir ein kleines elektronisches Gerät, das berührungslos misst, wie viele Mikrometer (µm) Lack sich zwischen dem Gerät und dem Metall oder Kunststoff befinden.

Typische Werte bei modernen Fahrzeugen

  • 80–160 µm = normal, ab Werk
  • > 180–200 µm = Hinweis auf Nachlackierung
  • > 300–400 µm = Hinweis auf Spachtel, frühere Unfallschäden
  • < 70 µm = Klarlack abgetragen, poliert, abgenutzt

Solche Werte lassen sich mit bloßem Auge niemals zuverlässig erkennen.

➡️Hier internen Link zu Artikel 1 setzen:
{Link zu „Lackschäden nach einem Unfall – warum kleine Kratzer große Folgen haben können“}

  1. Warum ist die Lackdicke so wichtig?

Der Lack ist ein mehrschichtiges Schutzsystem. Wenn eine Schicht verletzt oder ungleichmäßig aufgebaut ist, deutet das auf Probleme hin.

2.1 Frühere Unfallschäden erkennen

Eine ungleichmäßige Lackschicht zeigt:

  • Wurde das Fahrzeug früher nachlackiert?
  • Wurden Bauteile gespachtelt?
  • Wurde unsauber repariert?
  • Gibt es verdeckte Vorschäden?

Für Käufer oder Versicherungen ist das enorm wichtig – denn ein Auto, das bereits Unfallschäden hatte, hat einen geringeren Wiederverkaufswert.

2.2 Reparaturqualität überprüfen

Nicht jede Reparatur ist fachgerecht. Eine Messung kann zeigen:

  • Wurde zu viel Lack aufgetragen?
  • Wurden Spachtelarbeiten übermäßig dick aufgetragen?
  • Wurde falsch gepulvert, lackiert oder poliert?
  • Gibt es Stellen, die nicht ausreichend geschützt wurden?

Als Gutachter sehen wir hier täglich große Qualitätsunterschiede.

2.3 Unfallfolgen feststellen

Nach einem neuen Unfall ist die Lackdicke ein wichtiges Beweismittel:

  • Es zeigt, ob der Schaden frisch ist
  • Es zeigt, ob der Bereich vorher unbeschädigt war
  • Es verhindert, dass die Versicherung „Vorschaden“ behauptet

Die Lackdickenmessung ist also ein Schutzinstrument für den Geschädigten.

  1. Wie wir die Messung durchführen

Eine einzelne Messung reicht nicht aus.
Wir erstellen ein komplettes Lackprofil, also ein Messbild rund um das gesamte Fahrzeug.

3.1 Das bedeutet konkret:

  • Wir messen jede Tür
  • jeden Kotflügel
  • jede Säule
  • jede Stoßstange
  • das Dach
  • die Motorhaube
  • die Heckklappe

Dabei vergleichen wir die Werte miteinander. Abweichungen von mehr als 30–40 µm können bereits auffällig sein.

3.2 Warum so viele Messpunkte?

Weil Unfallreparaturen selten perfekt symmetrisch sind.
Eine einzige Messung kann Zufall sein – 30 Messungen ergeben ein klares Bild.

  1. Was Laien oft falsch einschätzen

Viele denken:
„Der Lack sieht gut aus, also ist alles in Ordnung.“

Doch eine Lackdickenmessung beweist das Gegenteil.
Hier ein paar typische Beispiele aus der Praxis:

4.1 Der Lack glänzt – aber ist viel zu dünn

Wenn der Klarlack durch Polieren oder Waschen abgetragen wurde, ist die Oberfläche extrem empfindlich.

Risiken:

  • UV-Schäden
  • Mattstellen
  • Verfärbungen
  • Rost bei durchgedrungener Nässe

4.2 Der Lack wurde nachlackiert – aber man sieht es kaum

Ein frisch polierter Kotflügel kann perfekt aussehen und trotzdem:

  • gespachtelt
  • schlecht repariert
  • ungleichmäßig lackiert
  • zu dick beschichtet

sein.

4.3 Unterschiedliche Lackdicken rechts und links

Wenn ein Teil auf der linken Fahrzeugseite 110 µm hat, aber auf der rechten 260 µm, ist klar:
Hier wurde gearbeitet.

  1. Warum die Messung bei Versicherungen so wichtig ist

Versicherungen versuchen häufig, Schäden zu reduzieren oder kleinzureden.
Typische Aussagen, die wir oft hören:

  • „Das ist nur ein Kratzer.“
  • „Da war schon vorher ein Schaden.“
  • „Das kann man polieren.“
  • „Das ist kein reparaturrelevanter Schaden.“

Ohne Lackdickenmessung wäre es schwer, dagegen anzukommen.

Ein Beispiel:

Ein Kratzer an einem Kotflügel wird gemeldet.
Die Versicherung sagt: „Das ist ein Altschaden.“

Wir messen nach:

  • 115 µm Umgebung
  • 430 µm an der beschädigten Stelle

Ergebnis:
👉 Das Bauteil ist gespachtelt → Vorschaden → muss vollständig aufgearbeitet werden.

Ohne Messung hätte die Versicherung dem Kunden die Reparatur verweigert.

➡️Hier internen Link zu Artikel 3 setzen:
{Link zu „Klarlack, Basislack & Co. – der Lackaufbau einfach erklärt“}

  1. Entscheidende Erkenntnisse durch die Messung

6.1 Unfallschaden oder Parkschaden?

Die dickeren Lackschichten unterscheiden:

  • leichte Parkrempler
  • großflächig reparierte Unfallschäden
  • schnelle Nachlackierungen ohne Demontage
  • Reparaturen mit Spachtelmasse

6.2 Wertminderung

Ein Auto mit nachlackierten Teilen hat häufig:

  • geringeren Wiederverkaufswert
  • geringere Nachfrage
  • höhere Skepsis bei Händlern

Besonders bei Leasingrückgaben wird die Lackdicke geprüft.

6.3 Reparaturempfehlung

Die Messung hilft uns zu entscheiden:

  • Bauteil ersetzen oder lackieren?
  • Teillackierung oder Vollflächig?
  • Wie hoch sind die Reparaturkosten?
  1. Warum diese Messung für jeden Fahrzeughalter wichtig ist

Die Lackdickenmessung betrifft nicht nur Unfallgeschädigte.
Sie ist auch wichtig beim:

  • Autokauf
  • Leasingrückgabe
  • Wertgutachten
  • Oldtimer-Bewertung
  • Schadenfeststellung nach Hagel oder Parkrempler

Viele Käufer zahlen Tausende Euro zu viel, weil sie frühere Schäden nicht erkennen.

  1. Fazit: Eine Lackdickenmessung ist ein mächtiges Werkzeug – und schützt Sie

Die Lackdickenmessung ist eines der wichtigsten Instrumente eines professionellen Kfz-Gutachters.
Sie zeigt:

  • ob ein Fahrzeug Vorschäden hat
  • wie groß ein aktueller Schaden wirklich ist
  • ob die Versicherung volle Reparaturkosten zahlen muss
  • ob eine Reparatur fachgerecht durchgeführt wurde

Für uns als Gutachter Atmis in Frankfurt ist die Messung unverzichtbar, um Fahrzeugschäden präzise, objektiv und rechtssicher zu dokumentieren.

 

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