Viele Autofahrer denken beim Thema Autolack nur an „die Farbe des Autos“. Doch der Lack eines modernen Fahrzeugs besteht aus einem komplexen Schichtsystem, das nicht nur für eine schöne Optik sorgt, sondern die Karosserie langfristig vor Rost, UV-Strahlung, Steinschlag und Witterung schützt.
Als Kfz-Gutachter in Frankfurt und Umgebung sehen wir jeden Tag, wie wichtig ein intakter Lackaufbau ist – und wie schnell kleine Schäden große Folgen haben können.
In diesem Artikel erklären wir einfach und ausführlich, wie der Lack wirklich aufgebaut ist, warum jede Schicht wichtig ist und woran man Schäden erkennt, bevor sie teuer werden.
- Warum der Lackaufbau so entscheidend ist
Der Lack eines Fahrzeugs ist nicht nur dekorativ – er ist ein hochentwickeltes Schutzsystem.
Ohne dieses System würde jedes Auto innerhalb kurzer Zeit unter:
- UV-Schäden
- Rost
- Ausbleichen
- Wasseranlagerungen
- Salzkorrosion
- Materialermüdung
leiden.
Der Fahrzeuglack hat also zwei Hauptaufgaben:
- Schutz
- Optik
Doch um diesen Schutz zu gewährleisten, braucht es mehrere Schichten – nicht nur eine.
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{Link: Lackschäden nach einem Unfall – warum kleine Kratzer große Folgen haben können}
- Die vier Schichten des Fahrzeuglacks – einfach erklärt
Der typische Lackaufbau eines modernen Autos besteht aus vier Schichten. Jede Schicht hat eine spezielle Funktion, und nur gemeinsam bilden sie ein funktionierendes System.
2.1 Die Grundierung – der unsichtbare Korrosionsschutz
Die Grundierung ist die erste Schicht direkt auf dem Metall oder Kunststoff der Karosserie.
Sie ist unsichtbar, aber extrem wichtig.
Aufgaben der Grundierung:
- verhindert Rost
- verbindet sich mit dem Metall
- sorgt für Haftung der nächsten Schichten
- gleicht kleine Unebenheiten aus
Wenn die Grundierung beschädigt ist, kann Wasser eindringen, und das führt zwangsläufig zu Korrosion.
2.2 Der Füller – die Grundlage für eine glatte Oberfläche
Der Füller (auch „Primer“ genannt) liegt direkt auf der Grundierung.
Er sorgt dafür, dass die Oberfläche perfekt eben wird.
Aufgaben des Füllers:
- füllt Poren und kleine Kratzer
- sorgt für gleichmäßige Oberfläche
- verhindert Durchscheuern
- bildet die Basis für den Farblack
Wenn der Füller beschädigt ist, kann die Lackierung später Blasen werfen, abplatzen oder ungleichmäßig wirken.
2.3 Der Basislack – die sichtbare Farbe
Der Basislack ist das, was wir als „Farbe“ sehen.
Er bestimmt:
- den Farbton
- die Intensität
- Effekte wie Metallic oder Perleffekt
Dabei macht der Farblack allein nur einen kleinen Teil des gesamten Lackaufbaus aus.
Probleme bei beschädigtem Basislack:
- Farbveränderungen
- sichtbare Reparaturstellen
- unterschiedliche Reflektionen
- „Fleckige“ Optik
Bei Reparaturen muss der Farbton exakt getroffen werden – was in der Praxis nicht immer einfach ist.
2.4 Der Klarlack – der wichtigste Schutzfilm
Der Klarlack ist die äußerste Lackschicht und gleichzeitig die wichtigste.
Aufgaben des Klarlacks:
- Schutz vor UV-Strahlung
- Schutz vor Kratzern
- Schutz vor Chemikalien
- Schutz vor Waschanlagen
- verhindert Mattwerden
- macht das Auto glänzend
Ein beschädigter Klarlack ist wie eine offene Wunde:
Sobald er durchbrochen ist, können Wasser, UV-Licht und Schmutz ungehindert eindringen.
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{Link: Lackdickenmessung – was sie wirklich aussagt}
- Was passiert, wenn eine der Schichten beschädigt ist?
Viele denken:
„Nur ein kleiner Kratzer – halb so schlimm!“
Doch jeder Kratzer kann – je nachdem, welche Schicht betroffen ist – verschiedene Folgen haben.
3.1 Schaden am Klarlack
Folgen:
- Verblassen der Farbe
- Mattstellen
- UV-Schäden
- Lack „blättert“ später ab
Bereits feine Kratzer können langfristig durch Witterung größer werden.
3.2 Schaden am Basislack
Folgen:
- sichtbare Farbfehler
- Unterschiede nach Reparaturen
- Wasser dringt schneller ein
Man erkennt den Schaden oft nicht sofort, aber langfristig wirkt der Lack „fleckig“.
3.3 Schaden am Füller
Folgen:
- Lack haftet schlechter
- der Lack kann abplatzen
- Blasenbildung
Solche Schäden entstehen häufig durch Parkrempler oder leichte Streifunfälle.
3.4 Schaden an der Grundierung
Folgen:
- Rost!
- Aufblähungen unter dem Lack
- Schäden breiten sich unsichtbar aus
- Metall verliert seine Stabilität
Bei Unfallbegutachtungen achten wir immer genau darauf, ob der Schaden bis zur Grundierung reicht.
- Wie wir als Gutachter den Lackaufbau prüfen
Der Lack sagt viel über die Geschichte eines Fahrzeugs aus.
Als Gutachter Atmis in Frankfurt prüfen wir ihn daher sehr sorgfältig.
4.1 Sichtprüfung
Wir erkennen:
- Farbunterschiede
- Strukturveränderungen
- Glanzunterschiede
- Lacknasen
- Orangenhaut
4.2 Tastprüfung
Über die Fingerkuppen erkennt man:
- Lacküberlappungen
- Kanten
- Übergänge
4.3 Lackdickenmessung
Mit Messgeräten stellen wir fest:
- ob zu viel Lack aufgetragen wurde
- ob Spachtelmasse vorhanden ist
- ob Vorschäden existieren
4.4 Dokumentation für Versicherungen
Wir dokumentieren:
- jede Schichtverletzung
- jeden Kratzer
- jede relevante Struktur
- alle Messwerte
Damit sichern wir die Rechte unserer Kunden.
- Warum der Lackaufbau bei Unfällen so entscheidend ist
Viele Schäden sehen harmlos aus, aber:
Wenn der Lack geschädigt ist, muss häufig das komplette Bauteil neu lackiert werden.
Gründe:
- Farbgleichheit
- UV-Beständigkeit
- Schutzfunktion
- Wertminderung
Ein „bisschen Polieren“ reicht meistens nicht aus – auch wenn Versicherungen das gern behaupten.
- Typische Schäden, die wir in Frankfurt häufig sehen
6.1 Parkschäden
Frankfurt ist eng. Überall gibt es Kratzer, Schrammen und leichte Rempler.
6.2 Stoßfängerschäden
Kunststoffteile reißen oft unsichtbar unter dem Lack.
6.3 Kratzer durch Waschanlagen
Vor allem bei zu dünnem Klarlack gefährlich.
6.4 Schäden durch Witterung
Sonne + Streusalz = perfekter Schadensbeschleuniger.
- Fazit: Der Lack ist eines der wichtigsten Schutzsysteme am Fahrzeug
Der Lackaufbau besteht aus mehreren hochfunktionalen Schichten.
Wenn eine davon beschädigt wird, verliert der Lack seine Schutzwirkung – oft mit langfristigen Folgen.
Als Kfz-Gutachter Atmis in Frankfurt am Main achten wir deshalb sehr genau darauf, welche Schicht beschädigt ist, wie tief der Schaden reicht und wie er fachgerecht repariert werden muss.
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{Lackschäden nach einem Unfall – warum kleine Kratzer große Folgen haben können}
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{Lackdickenmessung – was sie wirklich aussagt}